Themenfeld Macht

Wer entscheidet über die Zukunft: Macht als Gleichstellungsfrage

Gleichstellung bedeutet nicht nur gleiche Rechte auf dem Papier, sondern reale Gestaltungsmacht in der Gesellschaft. Doch der Zugang zu Macht ist höchst ungleich verteilt: Ob in Parlamenten, Rathäusern oder Vorständen – Entscheidungspositionen sind noch immer überwiegend männlich besetzt. Dies liegt nicht am fehlenden Willen von Frauen, sondern an historischen Strukturen: Intransparente Nominierungsverfahren und die ungleiche Verteilung von Zeit und Geld wirken als effektive Barrieren. Dabei reicht es nicht, Frauen bloß in bestehende Systeme einzupassen. Es braucht einen Weg von bloßer Herrschaft und Dominanz über Menschen („Power Over“), hin zu kollektiver Gestaltung und geteilter Verantwortung („Power With“). Das ist auch Gegenstand des Konzeptes zu Feministischer Führungskultur. Nur wenn starre Hierarchien aufgebrochen werden, kann verhindert werden, dass Frauen und Menschen anderer vulnerabler Gruppen durch veraltete Strukturen verdrängt werden.

Parität

Politische Teilhabe beziehungsweise Repräsentanz ist ein zentraler Aspekt geschlechtergerechter Machtaufteilung. Wenn die Geschlechter in den Parlamenten und (politischen) Entscheidungspositionen nicht ausreichend repräsentiert und Entscheidungen vorwiegend von Männern getroffen werden, ist das ein demokratisches Defizit.

Aus diesem Grund fordern gleichstellungspolitische Initiativen Parität. Parität bedeutet im parlamentarischen System eine Stimmengleichheit verschiedener Gruppen in politischen Gremien und eine angemessene Repräsentanz in den Führungspositionen. Im Hinblick auf Geschlechtergleichstellung heißt das zum Beispiel, dass Frauen in Parlamenten ungefähr die Hälfte der Mandate innehaben sollten, um ihren Anteil an der Bevölkerung widerzuspiegeln.

Damit das erreicht wird, müssen beispielsweise strukturelle Hindernisse für Frauen in politischen Organisationen abgebaut werden.

Fachtext

Repräsentanz und Teilhabe von Frauen in der Politik
Themenfeld Macht

Fachtext | Veröffentlicht am 31.10.2024

Antifeminismus

Der Begriff Antifeminismus fasst eine Weltanschauung, Einstellungen und Verhaltensweisen zusammen, die sich gegen Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit sowie gegen Frauenbewegungen, feministische, emanzipatorische Anliegen und sexuelle und geschlechtliche Vielfalt richten.

Ziel ist die Erhaltung oder Rückführung zu einer traditionellen, binären Geschlechterordnung und die Zuschreibung bestimmter Eigenschaften sowie Lebensbereiche an Männer beziehungsweise Frauen.

Antifeminismus richtet sich also beispielsweise gegen die Beseitigung von Sexismus, gegen die Sichtbarkeit und Anerkennung gleichgeschlechtlicher Beziehungen und gegen die Stärkung reproduktiver Rechte. Ein Ziel antifeministischer Akteur*innen ist es, Männern die Macht vorzubehalten.

Fachtext

Antifeminismus
Themenfeld Macht

Fachtext | Veröffentlicht am 30.09.2024

Glossar

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