Feministische Führungs­kultur

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Gleichstellungs-Lunch: Die neue EU-Gleichstellungsstrategie

Die Gleichstellungsstrategie 2026–2030 der Europäischen Kommission setzt den Rahmen für die Gleichstellungspolitik der Europäischen Union (EU) in den kommenden Jahren. Wo gibt es noch Handlungsbedarfe? Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte der neuen EU-Gleichstellungsstrategie und was bedeutet das für Deutschland? Darüber hat Sandra Berke aus dem Bereich Leitungsstab, Gremien und Vernetzung beim Gleichstellungs-Lunch am 1. April gesprochen.

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Gleichstellungs-Lunch

Mit unserem Online-Format „Gleichstellungs-Lunch“ wollen wir als Bundesstiftung Gleichstellung über unsere Arbeit und aktuelle Trends aus der Gleichstellungspolitik und -forschung informieren.

Wir laden Euch herzlich ein, in 25 Minuten Informationen und Denkanstöße für Euren Arbeitsalltag, Ehrenamt, Ausbildung oder Studium mitzunehmen. Mitarbeiter*innen der Stiftung geben jeweils um 13 Uhr Einblicke und Analysen zu aktuellen gleichstellungspolitischen Themen, relevanten Studien oder gleichstellungspolitischen Konzepten und Gesetzesvorhaben.

Alle Termine findet Ihr in unserem Kalender.

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Gleichstellungs-Lunch: Strukturwandel geschlechtergerecht gestalten

Strukturwandelprozesse verändern Lebens- und Arbeitsbedingungen auf vielfältige Weise: Sie haben Einfluss darauf, wie Regionen sich entwickeln, wie und wo gearbeitet wird und wie gesellschaftliches Zusammenleben gestaltet ist. Diese Veränderungen eröffnen Chancen und Möglichkeiten für die Gestaltung von Zukunft – und bringen zugleich Herausforderungen mit sich. Warum Strukturwandel nicht geschlechtsneutral ist und wie Gleichstellungspolitik zu einer gerechten Gestaltung von Strukturwandelprozessen beitragen kann – darüber hat Mona Lach aus dem Bereich Wissen, Beratung, Innovation beim Gleichstellungs-Lunch am 4. Februar gesprochen.

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Fachforum „Zukunft braucht neue Räume – wie Regionalplanung weibliches Engagement stärkt“

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Antifeministische Angriffe nehmen zu: 2024 wurden in Deutschland mehr als zehn gegen Frauen gerichtete Vorfälle pro Woche dokumentiert – von Bedrohungen über Sachbeschädigungen bis hin zu Gewalt. Frauen sollen durch solche Angriffe mundtot und unsichtbar gemacht werden. Vor allem durch Shitstorms und sexistische Posts und Kommentare.

Diese Entwicklung setzt zivilgesellschaftliches Engagement zunehmend unter Druck, insbesondere weibliches Ehrenamt. Wie können Räume geschaffen und gesichert werden, die Frauen stärken statt abzuschrecken? Und welche Rolle spielen Kommunen, Zivilgesellschaft und Politik dabei, sichere und frei zugängliche Ort für Frauen zu erhalten und weiterzuentwickeln, da gerade in ländlichen Regionen oft Rückzugsräume und Unterstützungsstrukturen fehlen?

Diese Herausforderung stand im Mittelpunkt einer Diskussion auf dem 19. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung, zu der der Bereich Gleichstellungsberichte der Bundesstiftung Gleichstellung, die Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG) sowie der Deutsche Landfrauenverband (dlv) am 21. und 21. Januar 2026 eingeladen hatten.

Deutlich wurde: Antifeminismus ist kein Randphänomen, sondern wirkt gezielt in demokratische Strukturen hinein. Darauf wies Sabine Herberth, Leiterin der Fachstelle für Gender, GMF und Rechtsextremismus der Amadeu Antonio Stiftung, hin. Antifeminismus sei keine Kritik an einzelnen feministischen Positionen, sondern eine politische Haltung und Mobilisierungsstrategie, die Gleichstellung, sexuelle Selbstbestimmung und Vielfalt delegitimiert.

Den wissenschaftlichen Blick ergänzte Prof. Dr. Brigitte Wotha, Sachverständige für den Vierten Gleichstellungsbericht. Sie stellte Ergebnisse aus dem Vierten Gleichstellungsbericht „Gleichstellung in der sozial-ökologischen Transformation“ vor und verwies auf erfolgreiche Beispiele geschlechtergerechter Regionalentwicklung, in denen multifunktionale Räume kürzere Wege ermöglichen, die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Sorgearbeit verbessern und Vernetzung sowie Mitgestaltung stärken.

Auf dem Podium diskutierten Petra Bentkämper, Präsidentin des dlv, Anna Drosdowska, Vorständin von Wir Sind Fella e. V., Elke Quandt, kommunalpolitische Multiplikatorin des Projekts Frauen.Vielfalt.Politik, sowie Prof. Dr. Brigitte Wotha. Moderiert wurde die Veranstaltung von Katja Henze, Bundessprecherin der BAG, und Sarah Koops, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des dlv.

Klarer Appell an die Politik: Verlässliche Finanzierung, ausreichende Zeitressourcen und Gleichstellung als verbindliche Querschnittsaufgabe sind Voraussetzung dafür, dass weibliches Engagement – gerade im ländlichen Raum – wirksam und sichtbar bleibt.

Die Aufzeichnung des Fachforums „Zukunft braucht neue Räume – wie Regionalplanung weibliches Engagement stärkt“ ist demnächst online abrufbar.

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Gleichstellungs-Lunch: Optionszeitenlabore – Diskussion eines zeitpolitischen Reformvorschlags

Von 2023 bis 2025 führte die Bundesstiftung Gleichstellung gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Zeitpolitik (DGfZP) sogenannte Optionszeitenlabore durch. Im Optionszeitenlabor diskutierten rund 30 zeitpolitische Expert*innen aus Wissenschaft, Verwaltung, Frauenverbänden, Gewerkschaften, Arbeitgeber- und Sozialverbänden sowie Vertreter*innen der Länder in mehreren Runden über noch offene Fragen zum Optionszeitenmodell und seinen gleichstellungspolitischen Potenzialen und Herausforderungen. Das Optionszeitenmodell ist ein zeitpolitischer Reformvorschlag, der darauf abzielt, gesellschaftlich relevante Tätigkeiten rechtlich und monetär abgesichert in den Erwerbsverlauf zu integrieren.

Warum Zeitpolitik ein gleichstellungspolitisches Thema, aber kein gleichstellungspolitischer Selbstläufer ist, welche zeitpolitischen Ansätze aktuell aus Gleichstellungsperspektive diskutiert werden und welchen Paradigmenwechsel in der Sozial- und Gleichstellungspolitik das Optionszeitenmodell einläuten möchte, dazu hat Lisi Maier, Direktorin der Bundesstiftung Gleichstellung, im Rahmen des 11. Gleichstellungs-Lunches am 10. Dezember 2025 informiert.

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Gleichstellungs-Lunch

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Parlamentshandeln gestalten, Demokratie stärken

Zu den Veranstaltungen

Wie können Parlamente so gestaltet werden, dass sie echte demokratische Teilhabe ermöglichen und Gleichberechtigung strukturell verankern? Dieser Frage widmete sich die Kooperation der Bundesstiftung Gleichstellung und des Büros für demokratische Institutionen und Menschenrechte (ODIHR) der OSZE am 4. Dezember 2025 in Berlin. Bei einem Parlamentarischen Frühstück im Deutschen Bundestag und einem Workshop im Offenen Haus für Gleichstellung beleuchteten die Teilnehmer*innen mit Vertreter*innen aus Wissenschaft, Praxis und Zivilgesellschaft gemeinsame Wege hin zu einem geschlechtersensiblen Bundestag.

Deutschland belegt mit einem Frauenanteil von nur 32 Prozent im Bundestag international einen der hinteren Plätze – ein deutliches Zeichen, dass strukturelle Hürden für politische Teilhabe weiterhin bestehen. Bundestagsvizepräsidentin Josephine Ortleb betonte, dass geschlechtergerechte Parlamentsarbeit ein zentrales demokratisches Anliegen ist: Nur wenn Frauen gleichberechtigt vertreten sind und wirken könnten, bilde Politik die Lebensrealitäten der Bevölkerung ab.

Im Austausch mit internationalen Expertinnen wurde deutlich, wie vergleichbar viele Herausforderungen weltweit sind – und wie hilfreich der Blick über nationale Grenzen hinaus sein kann. Das ODIHR unterstützt Parlamente weltweit dabei, Gleichstellungsprozesse strukturiert und systematisch anzugehen – mit Leitfäden, Daten und erprobten Verfahren wie partizipativen Gender Audits. Das vom ODIHR entwickelte Toolkit bietet einen praxisorientierten Rahmen, um strukturelle und kulturelle Hindernisse abzubauen: von Regeln zur Repräsentation über familienfreundliche Arbeitsbedingungen bis hin zu Schutzmechanismen gegen digitale und analoge Gewalt.

Prof. Dr. Sarah Childs und Prof. Dr. Meryl Kenny, Vertreterinnen der Parlamentspräsidentin des Schottischen Parlaments, zeigten eindrucksvoll, wie Schottland systematische Analysen und Reformen nutzt, um Teilhabe zu verbessern. Ein zentrales Prinzip lautete dabei: „Gleichstellung wird dann wirksam, wenn sie institutionell verankert ist – mit klaren Zuständigkeiten, Daten, Prozessen und einem gemeinsamen Anspruch auf Veränderung.“

Aufbauend darauf erläuterte Dr. Petra Ahrens, Expertin für geschlechtersensible Parlamente an der finnischen Tampere Universität, wie internationale Entwicklungen Impulse für Deutschland liefern können: „Ein Parlament, das familienfreundlich, sicher und inklusiv arbeitet, schafft die Voraussetzungen dafür, dass alle Abgeordneten ihr Mandat wirksam ausüben können.“ Gleichzeitig betonte sie, wie wichtig eine gemeinsame Verantwortung ist: „Der Weg zu einem geschlechtersensiblen Parlament beginnt im Parlament selbst – unabhängig von der Regierung, aber getragen von allen Fraktionen und der Verwaltung.“

Die Diskussionen im Bundestag und der weiterführende Austausch im Workshop ergänzten sich: Während politische Entscheidungsträger*innen Reformlücken diskutierten, brachten zivilgesellschaftliche und wissenschaftliche Perspektiven konkrete Handlungsempfehlungen, Erfahrungswissen und Praxisbeispiele ein. Dr. Yulia Netesova, Leiterin der Abteilung Demokratische Regierungsführung und Gleichstellung von ODIHR, fasste den Mehrwert solcher Prozesse treffend zusammen: „Inklusive, sichere und familienfreundliche Parlamente stärken die Institution – sie ziehen Talente an und führen zu Politik, die für alle wirkt.“

Die Kooperation hat gezeigt: Der internationale Blick über Ländergrenzen hinweg kann auch für Deutschland neue Wege eröffnen. Die Zusammenarbeit zwischen der Bundesstiftung Gleichstellung und ODIHR fördert den Dialog darüber, wie Gleichstellung in der Politik als zentraler Grundpfeiler weiterentwickelt werden kann. Ein geschlechtersensibles Parlament ist kein Nebenprojekt, sondern ein zentraler Baustein einer starken Demokratie – und der richtige Zeitpunkt, diesen Weg entschlossen weiterzugehen, ist jetzt.

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Gleichstellungs-Lunch: Feministische Führungskultur – Ein Weg zur geschlechtergerechteren Organisationsentwicklung

Arbeitswelten und Arbeitsorganisation sind geprägt durch geschlechterstereotype Vorstellungen von Führung, Macht und Leistung. Gerade beim Thema „Führungs- und Organisationskultur“ braucht es daher konkretes Wissen über Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit. Feministische Führungskultur entwickelt ein positives Zukunftsbild einer diskriminierungssensiblen Organisation, die Geschlechtergerechtigkeit in Organisationen voranbringt und gesellschaftliche Transformation befördert. Diese Themen zu unserer Selbstlernreise Feministische Führungskultur hat Sarah Clasen aus dem Bereich Wissen, Beratung, Innovation beim Gleichstellungs-Lunch am 19. November 2025 vertieft.

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Gleichstellungs-Lunch: Vierter Gleichstellungsbericht – Gleichstellung in der sozial-ökologischen Transformation

Der Klimawandel trifft Frauen, einkommensarme und andere strukturell benachteiligte Menschen im Durchschnitt besonders hart. Der Vierte Gleichstellungsbericht macht das an verschiedenen Handlungsfeldern deutlich und schlägt Lösungen für eine Transformation vor, die Gleichstellung mitdenkt. Am 5. November 2025 hat euch Dr. Katharina Jacke in den Gleichstellungsbericht mitgenommen und beispielhaft gezeigt, wie Klimawandel, Klimapolitiken und Geschlechtergerechtigkeit zusammenhängen.

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Beijing+30 – Delivering for all women and girls

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Am 14. Oktober 2025 luden die Bundesstiftung Gleichstellung, die Kanadische Botschaft und UN Women Deutschland zur internationalen Konferenz „Beijing+30 – Delivering for all women and girls“ in Berlin ein. 30 Jahre nach der Vierten Weltfrauenkonferenz in Peking stand die Veranstaltung ganz im Zeichen der Frage, wie die „unvollendete Revolution“ der Gleichstellung weitergeführt werden kann.

Dr. Angela Langenkamp, Vorsitzende von UN Women Deutschland, wies zu Beginn darauf hin, dass derzeit fast jedes vierte Land Rückschritte bei Frauenrechten und Geschlechtergleichstellung verzeichne: „Die Gleichstellung der Geschlechter ist keine Selbstverständlichkeit. Sie erfordert Engagement und gemeinsames Handeln.“

In ihrer Begrüßung erinnerte Lisi Maier, Direktorin der Bundesstiftung Gleichstellung, an die Aktualität der Pekinger Aktionsplattform: „Sie bleibt unser Kompass – ein Plan, der aus guten Absichten wirksame Politik macht.“ Die Bundesstiftung, 2021 als Teil der Gleichstellungsinfrastruktur Deutschlands gegründet, versteht sich als einer jener institutionellen Mechanismen, die schon 1995 gefordert wurden: als Brückenbauerin zwischen Praxis, Forschung und Politik.

Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und Stiftungsratsvorsitzende der Bundesstiftung Gleichstellung, betonte in ihrem Grußwort fortbestehende Herausforderungen wie den Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt und die Beseitigung wirtschaftlicher Nachteile, z. B. durch gleiche Bezahlung.

Im Mittelpunkt der Fachgespräche stand die Frage, wie Gleichstellung als Querschnittsaufgabe fest im Regierungshandeln verankert werden kann. Dr. Regina Frey, Leitung des Bereichs Gleichstellungs-Check bei der Bundesstiftung Gleichstellung, und Dr. Arn Sauer, Direktor der Bundesstiftung Gleichstellung, sprachen mit Moderator Jesse George über die Bedeutung institutioneller Mechanismen für eine erfolgreiche Gleichstellungspolitik. Sie betonten die Relevanz von Gender-Impact-Assessments als Voraussetzung für eine evidenzbasierte und gerechte Politikgestaltung. „Nur was gezählt wird, zählt“, erklärte Dr. Frey – und forderte verbindliche Gleichstellungsprüfungen in allen Gesetzgebungsverfahren.

Die abschließenden Diskussionen zu „Women, Peace and Security“ machten deutlich, wie eng Friedenssicherung, Geschlechtergerechtigkeit und Menschenrechte miteinander verwoben sind. Stimmen aus Afghanistan und dem Sudan mahnten an, lokale Expertise stärker einzubeziehen und kurzfristige Projekte in nachhaltige Strukturen zu überführen.

Das Fazit des Tages: Trotz weltweiter Rückschritte bleibt das Ziel klar. Gleichstellung ist keine Randaufgabe, sondern eine demokratische Notwendigkeit. Wie Lisi Maier betonte: „Beijing+30 ist kein Rückblick – es ist ein Arbeitsprogramm. Die Rahmen stehen, jetzt müssen wir liefern.“

Fotos: (c) Mari Vass

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Gleichstellungs-Lunch: Geschlechtergerechtigkeit im Aufenthaltsrecht?

Wie wirken sich aufenthaltsrechtliche Regelungen auf die Gleichstellung aus – und wie prägen sie die Teilhabechancen von Frauen mit Migrationserfahrung? Pauline Ahlhaus aus dem Bereich Wissen, Beratung, Innovation hat die Ergebnisse der Studie „Geschlechtergerechtigkeit im Aufenthaltsrecht?“ der Bundesstiftung Gleichstellung beim Gleichstellungs-Lunch am 8. Oktober 2025 vorgestellt. Diskutiert wurden die Kopplung an Lebensunterhaltssicherung, geschlechterbezogene Hürden in der Praxis und ihre Folgen für Arbeit, Wohnen und Schutz vor Gewalt.

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2. Gleichstellungs-Lecture 2025: Geschlechter- und Gleichstellungsforschung im Fokus – Potenziale und Strategien in Zeiten antifeministischer Angriffe

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Unter dem Titel „Geschlechter- und Gleichstellungsforschung im Fokus – Potenziale und Strategien in Zeiten antifeministischer Angriffe“ fand am 7. Oktober 2025 in der Bundesstiftung Gleichstellung die zweite Gleichstellungs-Lecture des Jahres statt. Im Offenen Haus der Gleichstellung kamen Expert*innen aus Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Verbänden zusammen, um sich – erstmalig im Rahmen des Formats auch über Ländergrenzen hinweg – auszutauschen und zu vernetzen.

Die Veranstaltung ging von der Beobachtung aus, dass Antifeminismus in der Gesellschaft zunehmend Verbreitung findet. Dieser umfasst Einstellungen und Verhaltensweisen, die eine ungleiche und binäre Geschlechterordnung anstreben bzw. erhalten wollen. Damit einher gehen Angriffe auf Frauen- und LGBTIQ*-Rechte, Gleichstellungsmaßnahmen und maßgeblich auch auf die Geschlechterforschung. Zentrale Fragen für die Veranstaltung waren daher: Warum braucht es gerade jetzt die intersektionale Gleichstellungs- und Geschlechterforschung in Deutschland? Wie kann sie sich gegen eine antifeministische und vielfaltsfeindliche Einflussnahme absichern? Was können wir im bundesdeutschen Kontext durch Erfahrungen aus anderen Staaten lernen?

Lisi Maier, Co-Direktorin der Bundesstiftung Gleichstellung, und Lukas Zielinski, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Wissen, Beratung, Innovation, verwiesen in ihrer Begrüßung auf die Bedrohung durch antifeministische Angriffe und machten zugleich auf die demokratiefördernden Potenziale der Geschlechter- und Gleichstellungsforschung aufmerksam. Lisi Maier führte aus, dass die transnationale Anti-Gender-Bewegung in Europa sowohl finanziell wie auch ideologisch an Bedeutung gewinne. Sie weise inzwischen neben steigenden Ausgaben einen hohen Grad an transnationaler Koordination und Organisation auf. Die Bundesstiftung Gleichstellung habe dies als wichtiges Thema erkannt, weshalb sie sich in ihrem Fokusthema „Demokratie und Geschlechterbilder“ kontinuierlich mit Strategien des Antifeminismus als Demokratiegefährdung auseinandersetzen werde. Auch werde der im Arbeitsprogramm der Bundesstiftung vorgesehene Fachbeirat zum Thema Demokratiestärkung & Antifeminismus zeitnah eingerichtet.

Lukas Zielinski betonte im Anschluss die zentrale Rolle der Geschlechter- und Gleichstellungsforschung für die Arbeit der Bundesstiftung Gleichstellung und für die Gleichstellungspraxis im Allgemeinen. Die Kooperation zwischen Wissenschaft und Politik sei notwendig, um die Geschlechtergleichstellung in Deutschland voranzubringen. Es sei daher besorgniserregend, dass die Angriffe auf die Geschlechter- und Gleichstellungsforschung, aber auch auf verwandte kritische Wissenschaften wie u. a. die Postkolonialen Studien oder die Queer Studies, zunehmen würden. Er verwies zudem auf die großen Potenziale dieser Wissenschaften: Sie könnten Erklärungen und Gegenstrategien für den drohenden antifeministischen und antidemokratischen Backlash liefern und so dazu beitragen, eine gerechtere, pluralistische und demokratische Gesellschaft zu stärken. Wie diese Potenziale realisiert werden können und was wir in Deutschland dabei aus anderen Ländern lernen können, sei die zentrale Fragestellung für die Gleichstellungs-Lecture 2 / 2025.

Dr. habil. Elżbieta Korolczuk, Soziologin am Zentrum für Amerikanistik der Universität Warschau und der Södertörn Universität Stockholm, lieferte in ihrem Vortrag „Anti-gender interventions in knowledge production. How do they affect democracy?“ sowohl einen umfassenden Überblick über die globale Anti-Gender-Bewegung und ihre Eingriffe in die Wissensproduktion als auch über deren Auswirkungen auf die Demokratie. Ausgehend von den Ergebnissen des von der EU geförderten Forschungsprojekts „Co-Creating Inclusive Intersectional Democratic Spaces Across Europe“ (CCINLDE) nahm sie eine ländervergleichende Perspektive auf die Anti-Gender-Bewegung ein. Die Bewegung bestehe in den untersuchten Ländern, u. a. Schweden, Italien und Großbritannien, aus jeweils unterschiedlichen Konstellationen von religiösen, zivilgesellschaftlichen, rechten und rechtspopulistischen Akteur*innen sowie sog. gender-kritischen Feminist*innen. Anti-Gender-Akteur*innen seien an vielen Stellen Bündnisse mit Rechtspopulist*innen eingegangen, was für beide vorteilhaft gewesen sei: Die Anti-Gender-Bewegung gewann an Einfluss, während rechtspopulistische Akteur*innen das Thema „Gender“ für sich nutzen konnten, um die gesellschaftliche Polarisierung voranzutreiben. Die inzwischen finanzstarke und gut organisierte Anti-Gender-Bewegung strebe nicht nur nach politischer, sondern auch nach Macht über Wissen (epistemischer Macht). Daher greife sie auch in die Wissensproduktion ein. Diese Eingriffe ließen sich, so Elżbieta Korolczuk, in repressive und produktive Eingriffe unterteilen: Repressive Eingriffe bestünden z. B. aus dem Delegitimieren zentraler feministischer Konzepte, aus Versuchen, Fördermittel zu kürzen und dem Ausschluss bestimmter Akteur*innen aus dem öffentlichen Diskurs. Produktive Eingriffe, anderseits, zielten darauf ab, aktiv Forschungsarbeiten, -institutionen und -eliten zu fördern, die antifeministische „Wissenschaft“ betreiben. Zum Ende ihres Vortrags zeigte Elżbieta Korolczuk auf, dass diese Eingriffe Teil eines größeren antidemokratischen Projekts seien. Sie würden die Wissenschaftsfreiheit begrenzen, zur Polarisierung beitragen und „epistemisches Chaos“ stiften. All dies führe dazu, dass es zu Misstrauen in den Wissens- und Wertesystemen komme. Das sei schädlich für die Demokratie.

Den zweiten Teil der Veranstaltung begann Prof. Dr. Nikita Dhawan, Inhaberin der Professur für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Politische Theorie und Ideengeschichte an der TU Dresden, mit einem Kurzinput, betitelt „Resisting the Backlash: Defending Intersectional, Decolonial, and Postcolonial Feminisms“. Sie griff darin auf, was Elżbieta Korolczuk „epistemisches Chaos“ nannte und erweiterte es um den Begriff des „normativen Nihilismus“. Konzepte wie „Demokratie“, „Liberalismus“ und „Menschenrechte“ würden vermehrt auf Misstrauen stoßen, und zwar von rechten wie linken Kräften. Dies sei gefährlich. Gleichzeitig hob sie die Bedeutung von intersektionalen Bündnissen und Kommunikation für den gesellschaftlichen Zusammenhalt hervor. Man müsse Strategien entwickeln, wie die Kommunikation mit Menschen, die antifeministische Ansichten haben, nicht abbreche.

Abgeschlossen wurde die Veranstaltung mit einer von Sarah Molter, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Wissen, Beratung, Innovation, moderierten Paneldiskussion mit Elżbieta Korolczuk, Nikita Dhawan und Franziska Rauchut, Co-Leitung des Bereichs Wissen, Beratung, Innovation der Bundesstiftung Gleichstellung. Im Zentrum der Diskussion standen einerseits die Bedeutung der Geschlechter- und Gleichstellungsforschung für die Demokratie und anderseits die Frage, was getan werden müsse, um die Geschlechter- und Gleichstellungsforschung zu stärken.

Franziska Rauchut hob dabei die Bedeutung von kritischen Wissenschaften für die Demokratie hervor. Wissenschaften wie die Gender- und Queer-, aber auch Postcolonial- und Disability Studies beschäftigten sich mit der Bekämpfung sozialer Ungleichheit und Diskriminierung, der Nivellierung ungleicher Machtverhältnisse und dem Schutz von Minderheiten. Sie könnten so zu einer offeneren Perspektive auf die Gesellschaft beitragen. Ihre Diskreditierung diene einer autoritären Kontrolle von Wissen.  Angesprochen auf die aktuelle Situation in Deutschland erklärte sie, dass antifeministische Angriffe insbesondere mit dem Erstarken rechtspopulistischer Kräfte zunähmen. Gründe dafür sieht sie unter anderem darin, dass Gleichstellungsmaßnahmen und Vielfalt sichtbarer geworden sind – eine positive Entwicklung, die aber nun auch Abwehr hervorruft. Antidemokratische und antifeministische Diskurse spielten zudem gezielt mit der Angst der Menschen im Kontext multipler Krisen.

Elżbieta Korolczuk ging auf die Situation in Polen ein. Das 2016 erlassene vollständige Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen in Polen habe eine Welle feministischer Mobilisierung losgetreten. Diese habe weitere Proteste zur Verteidigung der Demokratie ausgelöst. Leider käme es aber inzwischen zu einer Desillusionierung innerhalb der sozialen Bewegungen, denn bisher konnten auf demokratischem Weg wenig Verbesserungen erreicht werden. Darin sieht sie eine große Gefahr. Hoffnungslos sei sie jedoch nicht, denn unter anderem würden Meinungsumfragen zeigen, dass viele Menschen mit antifeministischen Ansichten darin nicht vollständig gefestigt seien. Man müsse auf die Lebensrealitäten der Menschen eingehen und sich bemühen, sie zu erreichen. Auch Nikita Dhawan betonte, es sei wichtig, Mitmenschen davon zu überzeugen, dass Antifeminismus am Ende uns allen schade und dabei auch die emotionale Ebene nicht zu vernachlässigen. Angesprochen auf die Frage, wie die Geschlechterforschung in diesen schwierigen Zeiten gestärkt werden könne, plädierte sie unter anderem dafür, aus den Erfahrungen postkolonialer feministischer Bewegungen im Globalen Süden zu lernen. Sie hätten vielerorts bewiesen, dass sie mit Kreativität und Mut, Neues auszuprobieren, Herausforderungen überwinden können. Auf Nachfragen aus dem Publikum hin wurden zudem weitere Themen, wie Desinformation, Geschichtsbewusstsein, Vernetzung und eine Forschungsförderung für kritische Wissensansätze, diskutiert.

Das Team der Bundesstiftung Gleichstellung dankt den Referent*innen und allen Teilnehmenden.

Eindrücke der Veranstaltung