Gewalt gegen Frauen: Hohe Kosten für Betroffene und Gesellschaft
Am 18. April luden die Bundesstiftung Gleichstellung und deren Stiftungsratsmitglied, die SPD-Bundestagsabgeordnete Leni Breymaier, zu der Diskussionsveranstaltung „Kosten der Gewalt“ in die Heidenheimer Stadtbibliothek. Der Abend der Reihe „Bundesstiftung Gleichstellung on Tour“ widmete sich neben den persönlichen, körperlichen und psychischen Schäden für die betroffenen Frauen auch den finanziellen Folgekosten von Gewalt gegen Frauen. Darunter fallen sowohl die direkten Kosten, die z. B. durch medizinische und psychosoziale Behandlung, Rechtsberatung oder die Unterbringung in Schutzräumen entstehen, als auch die volkswirtschaftlichen Kosten u. a. durch Arbeitsausfälle der Betroffenen. Studien des Europäischen Instituts für Gleichstellungsfragen (EIGE) schätzen, dass 2019 in Deutschland die Gesamtkosten von Gewalt gegen Frauen knapp 54 Milliarden Euro betrugen. Das sind täglich fast 148 Millionen Euro. Leni Breymaier machte deutlich, dass „Gewalt gegen Frauen einen hohen Preis hat. Nicht allein für die Frauen, sondern für die Gesellschaft und für die deutsche Wirtschaft insgesamt. Diese Perspektive wurde bislang zu selten in den Blick genommen.“
Nach einer Begrüßung von Oberbürgermeister Michael Salomo stellte die Psychologin und Autorin Martina Lackner in ihrem Vortrag die Auswirkungen häuslicher Gewalt auf Unternehmenskulturen dar. Die anschließende Diskussion u. a. mit Susanne Dandl, Gleichstellungsbeauftragte im Landkreis Heidenheim, und Leni Breymaier brachte Perspektiven aus der Politik sowie aus dem Gewaltschutz- und Gleichstellungsbereich zusammen. Frank Rosenkranz, Geschäftsführer der Diakonie Heidenheim, berichtete von den konkreten Kosten im Alltag von Frauen im Frauen- und Kinderschutzhaus. Victoria Bohn, Gründerin der Selbsthilfegruppe „Gemeinsam stark gegen Gewalt“, betonte, wie wichtig es ist, dass in der Arbeitsstelle aufmerksam mit Verhaltensveränderungen von möglicherweise betroffenen Frauen umgegangen wird. Häufig gebe es klare Anzeichen dafür, dass eine Mitarbeiterin von häuslicher Gewalt betroffen sei, wie z. B. eine sich wiederholende Krankschreibung zu Wochenbeginn. Kolleg*innen und Führungskräfte müssten gezielt geschult werden, um entsprechende Anzeichen zu erkennen.
Eindrücke der Veranstaltung
- Foto & Rechte: Bundesstiftung Gleichstellung
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