Wie weiter auf dem Weg zu Parität in den Parlamenten?

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Volles Haus, rund 250 Zuschauer*innen im Livestream und ein engagierter Austausch über Wege zu einer geschlechtergerechten politischen Repräsentation: Gemeinsam mit dem Verein Parité in den Parlamenten e. V. veranstaltete die Bundesstiftung Gleichstellung am 24. Juni 2026 in ihren Räumen in Berlin die Fachveranstaltung „Wie weiter auf dem Weg zu Parität in den Parlamenten?“. Anlass war der zweite bundesweite Aktionstag der Initiative #ParitätJetzt, die sich mit einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis für eine gleichberechtigte politische Teilhabe von Frauen einsetzt.

Christa Weigl-Schneider, Präsidentin des Vereins Parité in den Parlamenten e. V., unterstrich in ihrer Begrüßung die Dringlichkeit des Themas. Sie verwies auf den weiterhin niedrigen Frauenanteil in Parlamenten und warb für ein Paritätsgesetz, um die gleichberechtigte politische Teilhabe nachhaltig zu stärken. Gleichzeitig erinnerte sie an das langjährige Engagement der Initiative #ParitätJetzt und ihrer Mitbegründerin Prof. Dr. Rita Süssmuth. Ihr Wirken bleibt weiterhin Auftrag für das Engagement der Initiative.

Lisi Maier, Co-Direktorin der Bundesstiftung Gleichstellung betonte, dass die gleichberechtigte politische Teilhabe von Frauen eine zentrale demokratische Aufgabe sei. Trotz des Gleichstellungsauftrags des Grundgesetzes seien Frauen in Parlamenten nach wie vor deutlich unterrepräsentiert. Demokratie lebe davon, dass unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen in politische Entscheidungen einfließen können. Die Bundesstiftung Gleichstellung verstehe es deshalb als ihre Aufgabe, Impulse für eine geschlechtergerechte Demokratie zu setzen.

Den fachlichen Auftakt gestaltete die ehemalige Bundesverfassungsrichterin Dr. Christine Hohmann-Dennhardt mit ihrem Eröffnungsvortrag „Jetzt erst (mit) Recht – Parität!“. Sie beleuchtete die verfassungsrechtlichen Grundlagen gleichberechtigter politischer Teilhabe und ordnete die Debatte um Parität in den Kontext des Gleichstellungsauftrags aus Artikel 3 Absatz 2 Grundgesetz ein.

Auf dem anschließenden Podium diskutierten Dr. Christine Hohmann-Dennhardt, Wolfgang Dahler (Mitglied des Deutschen Bundestages, CDU), Carmen Wegge (Mitglied des Deutschen Bundestages, SPD), Elke Hannack (stellvertretende Bundesvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB)) sowie Judith Rahner (Initiative #ParitätJetzt sowie Geschäftsführung Deutscher Frauenrat). Moderiert wurde die Diskussion von Shelly Kupferberg. Im Mittelpunkt standen unterschiedliche Wege zu einer geschlechtergerechten Repräsentation in Parlamenten. Diskutiert wurden unter anderem die Frage, welche strukturellen Hürden Frauen auf dem Weg in politische Ämter begegnen, welche Rolle Parteien, Listen- und Direktmandate dabei spielen und welche Instrumente – etwa Paritätsgesetze oder Quoten – geeignet sein können, den Frauenanteil in Parlamenten nachhaltig zu erhöhen. Deutlich wurde, dass unterschiedliche Lösungsansätze existieren, das gemeinsame Ziel jedoch eine Repräsentation ist, die die Gesellschaft angemessen abbildet.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine künstlerische Intervention der Spoken-Word-Künstlerin und Aktivistin Jessy James La Fleur, die dem Thema einen persönlichen und gesellschaftspolitischen Ausklang verlieh.

Ein Dank gilt allen Mitwirkenden, Gästen und Zuschauer*innen im Livestream für den engagierten Austausch. Gemeinsam mit dem Verein Parité in den Parlamenten e. V. und der Initiative #ParitätJetzt setzt sich die Bundesstiftung weiterhin dafür ein, die Debatte über gleichberechtigte politische Teilhabe sichtbar zu machen und den Dialog zwischen Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zu fördern.

Eindrücke der Veranstaltung