Themenfeld Geld

Geld ist eine machtvolle Ressource und die Verteilung erfolgt mit geschlechterbezogenen Unterschieden

Geld ist in unserer Gesellschaft das zentrale Mittel zur Bedürfniserfüllung und regelt den Zugriff auf gesellschaftliche Ressourcen wie Macht und Sicherheit. Doch Einkommen und Vermögen sind höchst ungleich verteilt. Der Gender Pay Gap ist nur der Anfang: Über den gesamten Lebensverlauf verdienen Frauen drastisch weniger (Gender Lifetime Earnings Gap). Die Ursachen sind strukturell: Frauen leisten den Großteil der unbezahlten Sorgearbeit und arbeiten oft in Teilzeit sowie in systemrelevanten, aber schlechter bezahlten Branchen. Staatliche Fehlanreize wie das Ehegattensplitting zementieren zudem oft das traditionelle Alleinernährermodell und bremsen die Erwerbstätigkeit von Zweitverdienenden – meist Frauen. Diese finanziellen Lücken summieren sich: Der Gender Pension Gap führt dazu, dass Altersarmut häufig weiblich ist.

Armut

Armut bedeutet mehr als ein Mangel an finanziellen Ressourcen. Während bei der absoluten Armut eine mangelhafte Befriedigung von menschlichen Grundbedürfnissen und materielle Deprivation im Vordergrund steht, spielt bei der relativen Armut auch eine Rolle, ob man genug finanzielle Mittel hat, in seinem Umfeld ein „normales“ Leben zu führen und an der Gesellschaft teilzuhaben. Frauen, darunter insbesondere ältere Frauen, alleinerziehende Frauen oder Frauen mit einer Migrationsgeschichte, sind disproportional häufig von Armut bedroht – aber auch Männer sind betroffen, etwa da sie häufiger die Schule ohne Abschluss verlassen.

Fachtexte

Armut – eine Frage des Geschlechts?
Themenfeld Geld

Fachtext | Veröffentlicht am 22.12.2025