Themenfeld Gesundheit
Gesundheit ist nicht geschlechtsneutral: Warum geschlechtersensible Medizin uns alle betrifft
Ob bei der Prävention, Diagnose oder Behandlung: Ursachen, Symptome und Verläufe von Krankheiten unterscheiden sich zwischen den Geschlechtern. Lange Zeit orientierte sich die medizinische Forschung jedoch fast ausschließlich am männlichen Körper als Norm. Die dadurch entstehende Wissenslücke – der sogenannte Gender Data Gap – hat teils lebensbedrohliche Folgen in der medizinischen Versorgung, etwa durch verzögerte oder falsche Diagnosen. Geschlechtersensible Medizin berücksichtigt biologische und soziokulturelle Aspekte des Geschlechts, um diese Lücken zu schließen. Ein intersektionaler Ansatz ist dabei entscheidend: Gesundheit wird nicht nur vom Geschlecht, sondern auch von Faktoren wie sozialer Lage, Rassismuserfahrungen oder Behinderung geprägt.
Gesundheit
Gesundheit und Krankheit haben einen großen Einfluss auf Lebensplanung, Lebensgestaltung und Lebensverlauf eines jeden Menschen. Gleichzeitig wirkt der gesellschaftliche Umgang mit diesen Themen auf die Verwirklichungschancen aller Geschlechter ein. Dies gilt besonders im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit, bspw. bei Schwangerschaft und Geburt. Eine diskriminierungssensible und geschlechtergerechte Gesundheitsversorgung ist notwendige Voraussetzung für gleichstellungsorientierte Gesellschaften, in der alle Lebensphasen mitgedacht und ausreichende medizinische und psychosoziale Beratungs- und Versorgungsangebote vorgehalten werden.