Themenfeld Macht
Wer entscheidet über die Zukunft: Macht als Gleichstellungsfrage
Gleichstellung bedeutet nicht nur gleiche Rechte auf dem Papier, sondern reale Gestaltungsmacht in der Gesellschaft. Doch der Zugang zu Macht ist höchst ungleich verteilt: Ob in Parlamenten, Rathäusern oder Vorständen – Entscheidungspositionen sind noch immer überwiegend männlich besetzt. Dies liegt nicht am fehlenden Willen von Frauen, sondern an historischen Strukturen: Intransparente Nominierungsverfahren und die ungleiche Verteilung von Zeit und Geld wirken als effektive Barrieren.
Parität
In den Parlamenten auf kommunaler, Landes- und Bundesebene in Deutschland sind Frauen in der Minderheit. Wenn Frauen in den Parlamenten und (politischen) Entscheidungspositionen nicht ausreichend repräsentiert und Entscheidungen vorwiegend von Männern getroffen werden, ist das ein demokratisches Defizit. Aus diesem Grund fordern gleichstellungspolitische Initiativen Parität, also eine Stimmengleichheit der Geschlechter in politischen Gremien und eine angemessene Repräsentanz in den Führungspositionen.
Weiterführende Informationen
Antifeminismus
Antifeminismus beschreibt die Weltanschauung, Einstellungen und Verhaltensweisen, die sich gegen Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit sowie gegen Frauenbewegungen, feministische, emanzipatorische Anliegen und sexuelle und geschlechtliche Vielfalt richten. Antifeminismus trägt dazu bei, bestehende Machtungleichheiten zwischen Geschlechtern aufrechtzuerhalten oder zu legitimieren.
Geschlechtervielfalt
Trans*, inter* und nicht-binäre Personen sind in hohem Maße von Diskriminierung bis hin zu Gewalt betroffen und damit eine vulnerable Gruppe, wenn es um Benachteiligungen aufgrund des Geschlechts geht. Damit alle Menschen unabhängig von Geschlecht gleiche Rechte, Sicherheit und Teilhabechancen haben, muss Gleichstellungspolitik Geschlechtervielfalt berücksichtigen.
Intersektionalität
Intersektionalität beschreibt, dass Geschlecht und andere sozialen Kategorien, wie etwa Ethnizität, soziale Herkunft, Klasse oder Religion, nicht isoliert voneinander, sondern in ihrem Zusammenwirken betrachtet werden müssen. Die Analyse von Ungleichheiten erfordert einen intersektionalen Blick auf Diskriminierung – so sind beispielsweise Frauen mit Fluchterfahrung oder Migrationsgeschichte auf dem Arbeitsmarkt von struktureller, intersektionaler Diskriminierung betroffen.
Feministische Führungskultur
Damit Macht gleich verteilt ist, reicht es nicht, Frauen in bestehende Systeme einzupassen. Es braucht einen Weg von bloßer Herrschaft und Dominanz über Menschen („Power Over“), hin zu kollektiver Gestaltung und geteilter Verantwortung („Power With“). Das ist auch Gegenstand des Konzeptes zu Feministischer Führungskultur. Nur wenn starre Hierarchien aufgebrochen werden, kann verhindert werden, dass Frauen und Menschen anderer vulnerabler Gruppen durch veraltete Strukturen verdrängt werden und eine Stimme bekommen.